Der Internationale Frauentag am 8. März macht seit mehr als 110 Jahren die Leistungen von Frauen weltweit sichtbar und ruft dazu auf, Gleichstellung weiter voranzutreiben. Passend dazu stellen wir in einer dreiteiligen Serie drei Frauen aus dem McDonald’s System vor, die andere stärken, Wissen teilen und so Female Empowerment im Alltag erlebbar machen. Den ersten Beitrag zu Aglaë Eder lest ihr hier. Heute geht es um Olga Vos, Franchise-Nehmerin, Mutter, Powerfrau.
Inhaltsverzeichnis:
- Olga Vos über den Frauentag: Kein Trend, sondern gelebte Haltung
- Vom ersten Ausbildungstag zur Unternehmerin bei McDonald‘s
- Unfairness, Mutterschaft und die Entscheidung, weiterzumachen
- Warum für Olga Vos Menschen mehr zählen als Kennzahlen
- Female Empowerment: Kompetenz hat kein Geschlecht
Olga Vos über den Frauentag: Kein Trend, sondern gelebte Haltung

Für Olga Vos ist der 8. März kein neu entdecktes Symbol. Er ist Kindheitserinnerung. Aufgewachsen in Russland, wo der Internationale Frauentag seit Jahrzehnten Nationalfeiertag ist, hat sie ihn als etwas erlebt, das einfach dazugehört – als Tag, an dem Frauen sichtbar gemacht wurden: Mütter, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Großmütter. „Kein Trend und kein neues Symbol“, sagt sie, „sondern ein fester Teil meiner Prägung.“
Foto: Olga Vos, Franchise-Nehmerin bei McDonald’s Deutschland
Diese Haltung, dass Wertschätzung keine Kampagne braucht, sondern Alltag sein sollte, zieht sich bis heute durch alles, was sie tut. Olga ist 42 Jahre alt, Mutter von drei Kindern, Franchise-Nehmerin bei McDonald’s und Arbeitgeberin von rund 200 Menschen in drei Restaurants im Osnabrücker Landkreis. Eine Frau, die weiß, woher sie kommt – und genau deshalb weiß, wofür sie steht. Ihre Perspektive bringt sie dabei nicht nur in den operativen Alltag ein, sondern auch darüber hinaus. Ob auf Branchenbühnen wie beim Businettes Female Founders Summit 2025 oder im Rahmen der Diversity Week bei McDonald’s.
Vom ersten Ausbildungstag zur Unternehmerin bei McDonald‘s
Dass Olga einmal Franchise-Nehmerin bei McDonald’s werden würde, war nie der Plan. Es war ein beiläufiger Satz, der alles ins Rollen brachte. Der Bruder ihrer besten Freundin machte eine Ausbildung im System und erwähnte, er wolle „Manager werden“. Für Olga war das keine Kleinigkeit. „Das hat mich neugierig gemacht.“ Systemgastronomie war ihr fremd – aber die Idee einer klaren Perspektive, einer echten Entwicklungsmöglichkeit, hat sie gepackt.
2002 beginnt sie ihre Ausbildung bei McDonald’s. Ihr Ziel: Restaurantmanagerin werden. Was folgt, ist ein Weg mit Kurven – ein Abstecher in die Hotelbranche, die Rückkehr zu McDonald’s, der Aufstieg zur Bezirksleiterin mit Verantwortung für sechs Teams. Im August 2023 bewirbt sie sich als Franchise-Nehmerin. Bereits ein Jahr später übernimmt sie ihr erstes eigenes Restaurant in Georgsmarienhütte.
Kein Sprung ins Ungewisse. Der logische nächste Schritt einer Frau, die früh wusste, was sie will – und es konsequent umgesetzt hat. Für Olga ist klar: „Ich habe definitiv Ketchup im Blut.“
Unfairness, Mutterschaft und die Entscheidung, weiterzumachen
Die prägendsten Momente in Olgas Karriere waren keine Erfolge. Es waren Erfahrungen von Ungerechtigkeit. Früh in ihrer Laufbahn wird ihr ein Arbeitsverhältnis gekündigt, nicht wegen fehlender Leistung. Die Entscheidung hatte mit einer persönlichen Situation außerhalb der Arbeit zu tun. Jahre später, während einer Schwangerschaft, wird ihr erneut Verantwortung entzogen. Ohne sachlichen Grund.
„Diese Erfahrungen haben mir sehr früh gezeigt, wie wichtig Fairness, Professionalität und klare Werte in Führung sind. Und wie viel Schaden entsteht, wenn Entscheidungen emotional oder willkürlich getroffen werden.“ Für Olga kein bitterer Rückblick. Sondern der Ursprung einer Haltung, die heute ihr Führungsverständnis definiert: Wer führt, trägt Verantwortung für Menschen und muss dieser gerecht werden.
Ähnlich mutig war eine andere Entscheidung: Als Olga 2011 zum ersten Mal Mutter wird, geht ihr Mann in Elternzeit. Sie steigt voll in den Beruf ein. „Ich wusste nicht, wie sich das anfühlen würde, wie es unsere Familie beeinflusst oder wie ich die Doppelrolle meistern würde. Gerade deshalb war diese Entscheidung mutig, weil sie Vertrauen in mich selbst, in unsere Partnerschaft und in neue Rollenbilder verlangt hat.“
Ihr Umgang mit Gegenwind, damals wie heute: „Ich habe weitergemacht. Ich habe meine Entscheidungen umgesetzt, Verantwortung übernommen und meine Leistung sprechen lassen.“
Warum für Olga Vos Menschen mehr zählen als Kennzahlen
Was Olga jeden Morgen antreibt, sind nicht Kennzahlen. Es sind Menschen. Ihre Teams. Die kleinen Momente: ein ehrliches Feedback, ein Schulterklopfen nach einem starken Tag, ein Lächeln am Ausgang. Ein Moment ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: Als zwei ihrer Auszubildenden ihre Abschlussprüfung bestanden und danach persönlich auf sie zukamen, um sich zu bedanken. Nicht weil sie etwas Außergewöhnliches getan hatte, sondern weil sie sie begleitet, gefordert und an sie geglaubt hat. „Genau diese Momente – wenn Menschen wachsen, Vertrauen entwickeln und stolz auf sich selbst sind – erinnern mich immer wieder daran, warum ich diesen Weg gehe.“, erklärt Olga.
Verantwortung bedeutet für sie deshalb weit mehr als operativer Erfolg. Als Arbeitgeberin von rund 200 Menschen heißt das: Arbeitsplätze sichern, Verlässlichkeit bieten, Entwicklung ermöglichen – fachlich wie persönlich. In ihren Restaurants orientieren sich Dienstpläne an den tatsächlichen Verfügbarkeiten der Mitarbeitenden. Menschen sollen nicht trotz ihrer Lebensrealität gesehen werden, sondern mit ihr.
Kraft holt sie die Unternehmerin dabei im Privaten: aus einer Familie, die mitdenkt, und engen Freunden, die auch dann ehrlich sind, wenn es Zeit ist, einen Gang zurückzuschalten. Und aus einem Mentor, der ihr den Blick von außen ermöglicht. „Zu wissen, dass Menschen da sind, die mittragen, gibt mir Kraft und Sicherheit.“
Female Empowerment: Kompetenz hat kein Geschlecht
Fragt man Olga, welches Klischee sie am meisten nervt, kommt die Antwort ohne Zögern: das Narrativ der Quotenfrau. „Die Annahme, Frauen seien nicht aufgrund ihrer Kompetenz oder Leistung in Führungspositionen, sondern wegen ihres Geschlechts. Das wertet Leistung ab. Für mich zählt am Ende nur eines: die richtige Person für die richtige Aufgabe. Kompetenz, Haltung und Verantwortung haben kein Geschlecht.“ Female Empowerment bedeutet für Olga deshalb nicht Bevorzugung, sondern gleiche Bedingungen für alle. Strukturen, in denen alle ihr Potenzial entfalten können, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Lebenssituation. Bei McDonald’s sieht sie genau das verwirklicht.
Was sie jungen Frauen mitgeben möchte, hat sie sich selbst erarbeitet: „Sei mutiger und zweifle weniger. Hinterfrage Entscheidungen nicht endlos, sondern vertraue darauf, warum du sie getroffen hast. Und steh für sie ein, auch, wenn Gegenwind kommt.“ Und noch etwas liegt ihr am Herzen, vielleicht mehr als alles andere: dass Frauen sich gegenseitig unterstützen, vernetzen und bewusst füreinander da sind, unabhängig von Position oder Rolle. Jede bringt ihre eigene Geschichte mit, ihre Erfahrungen, ihre Herausforderungen. „Wenn Frauen dieses Wissen teilen, sich gegenseitig stärken und unterstützen, entsteht daraus enorme Kraft.“

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