Karambole aus Klein Eden – so wachsen nachhaltige Tropenfrüchte in Bayern

Papayas Tropenhaus Klein Eden

© Ralf Schmitt

Mangos, Maracujas und Litschis „Made in Germany“? Unmöglich im hiesigen Klima, werden viele meinen. Dass exotische Früchte aber auch hierzulande nachhaltig wachsen können, zeigt das nordbayerische Tropenhaus Klein Eden am Rennsteig in Tettau. Das Projekt wurde erst kürzlich von der Initiative „Land der Ideen“ zum „Ausgezeichneten Ort“ gekürt. Und weil wir das Projekt genauso spannend finden wie die Bundesregierung, wollen wir es euch nicht vorenthalten und heute auf Change M vorstellen.

Nachhaltigkeit im Tropenhaus Klein-Eden

Im Norden von Oberfranken, einer der kältesten Regionen Bayerns steht das Tropenhaus Klein-Eden. Hier baut Geschäftsführer Ralf Schmitt mit seinen Mitarbeitern auf nachhaltige Weise Bananen, Avocados, Papayas, Kaffee, Kakao und noch mehr Exotisches an. Mitten in Deutschland gelegen verbraucht das zwar eine Menge an Energie, aber das Spannende an dem Tropenhaus ist, dass es einen Großteil davon aus der Abwärme des nahegelegenen Glasindustrie-Betriebs Heinz-Glas bezieht.

Je nach Monat schwankt der Energiebedarf stark. Im Sommer reicht oft schon die Sonne aus, um das Gewächshaus auf angenehme 20-24°C aufzuheizen. Auf das ganze Jahr gerechnet, liefert die Abwärme der Glasfabrik 47 % des Energiebedarfs, die Sonne 46 % und nur 7 % an Strom müssen zugekauft werden. Im Vergleich zu einer konventionellen Heizanlage können durch die Nutzung der Abwärme jedes Jahr ca. 350 t Kohlenstoffdioxid eingespart werden.

Tropenhaus am Rennsteig

© Ralf Schmitt

Nilbarsche und Regenwasser für Tropenfrüchte

Doch nicht nur exotische Früchte wachsen in Oberfranken. In vier Mastbecken mit jeweils 30 m3 und fünf Aufzuchtbecken mit insgesamt 18 m3 werden Nilbarsche gezüchtet. Die Pflanzen- und Fischproduktion sind über Wasser- und Stoffkreisläufe miteinander verbunden. So dient das Wasser mit den Ausscheidungen der Fische als Dünger für die Früchte. In zwei Qualitäten gefiltert wird es je nach Nährstoffgehalt für verschiedene Pflanzen eingesetzt. Bananen zum Beispiel sind Stickstofffresser, für die empfindlicheren Maracujas wiederum muss das Wasser stärker gefiltert werden. Den Nachschub für die Fischbassins liefert Regenwasser.

Offen für Besucher

Die Nachbarschaft des Tropenhauses Klein-Eden kann sich freuen: Die Früchte werden in einem Hofladen verkauft. Wem Tettau für den wöchentlichen Einkauf zu weit entfernt ist, der kann bei einem Ausflug mal vorbeischauen. Im 800 m2 großen Besucherhaus können Gäste erleben, wie Tropenfrüchte in Deutschland wachsen und dürfen probieren, wie eine Mango „Made in Oberfranken“ schmeckt.

Wenn wir das nächste Mal in der Ecke sind, statten wir Klein-Eden definitiv einen Besuch ab!

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Das Team

Change M ist ein Team mit einem gemeinsamen Ziel: Wir arbeiten daran, McDonald’s Deutschland nachhaltiger zu machen.

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