Arbeiten in einem McDonald’s-Restaurant zu Zeiten von Corona

Die Corona-Pandemie hatte in den letzten Monaten großen Einfluss auf unser aller Leben. Auch bei McDonald’s hat es im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus einige Umstellungen gegeben.

Was das für die Geschäftsabläufe in den Filialen genau bedeutet hat, erklärt Thomas Haller, McDonald’s-Restaurantmanager in Unterhaching, im Interview. Er erzählt auch, wie er und seine Mitarbeiter die Ausnahmesituation erlebt und bewerkstelligt haben und welche Maßnahmen getroffen wurden, um Gäste und Mitarbeiter auch jetzt, nach Wiedereröffnung der Innenbereiche, bestmöglich zu schützen.

Thomas Haller ist seit 2008 bei McDonald’s tätig. Seitdem hat er sämtliche Positionen im Restaurant durchlaufen – vom Crew-Mitarbeiter im Rotationssystem bis zum Manager. Bei McDonald’s gefällt ihm besonders der Kontakt zu den Gästen und ein Arbeitsalltag, der immer etwas Neues bietet und so nie langweilig wird.

Uns alle beschäftigt ja zurzeit immer noch die Corona-Krise, auch bei McDonald‘s. Am Anfang hat die Politik relativ schnell durchgegriffen und auch den Betrieb unserer Restaurants deutschlandweit eingeschränkt. Wie haben Sie diese teils hektische Anfangszeit der Pandemie erlebt?

TH: Da gibt es so ein paar Punkte. Zunächst einmal war bei uns der McDrive weiterhin geöffnet, natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen. Damit die Gäste sehen konnten, dass das Restaurant trotz der Corona-Pandemie geöffnet ist, hat uns die Hauptverwaltung direkt mit Werbemitteln versorgt. Das war super und hat auch nochmal viele Gäste an den Drive-In gebracht. Unter den Mitarbeitern im Restaurant herrschte zu Beginn natürlich große Unsicherheit, gerade weil es bei uns auch ältere Mitarbeiter gibt, die zur Risikogruppe gehören und Angst vor einer Infektion mit dem Virus hatten. Diese Situation haben wir aber durch Gesprächsrunden und Aufklärung recht schnell gemeistert. Durch den Fokus auf den McDrive war die richtige Besetzung dort sehr wichtig. Wir mussten ausreichend und vor allem qualifiziertes Personal einsetzen, um die vielen Autos schnell bedienen zu können. Die Mitarbeiter mussten sich zunächst alle ein wenig eingewöhnen und teilweise auch neue Positionen lernen, da es beispielweise die Instore-Kassen ja nicht mehr gab. Dafür war ständiges Training mit ihnen das Allerwichtigste.

Das heißt es waren auch wirklich deutlich mehr Gäste im McDrive als sonst?

TH: Genau. Die Gäste, die normalerweise ins Restaurant gekommen wären, haben jetzt größtenteils den McDrive genutzt.

Wie hat die Umstellung auf den reinen Außerhausverkauf über den McDrive in Ihren Augen funktioniert?

TH: Wegen des Gästezuwachses am McDrive hat es natürlich ein bisschen gedauert, aber mit Mitarbeitertrainings und ausreichendem Personal hat die Umstellung dann gut funktioniert. Eine Herausforderung war allerdings, den notwendigen Abstand zwischen den Mitarbeitern einzuhalten. Die Kolleginnen und Kollegen waren es einfach nicht gewohnt, mit so vielen Leuten am Drive zu arbeiten. Hier haben wir ein paar Tricks angewandt. Zum Beispiel wurde die Kasse im Restaurant durch die IT komplett auf den McDrive umprogrammiert, so dass auch hier Außer-Haus-Bestellungen aufgenommen werden konnten. Dadurch konnten die Mitarbeiter mit mehr Abstand zueinander arbeiten.  Außerdem war es in der Küche wegen der offenen Grills und der Hitze zunächst etwas schwierig mit dem Mund-Nasen-Schutz.

Haben Sie dort spezielle Maßnahmen getroffen? Beispielsweise häufiger rotiert, damit die Mitarbeiter nicht so lange Zeit am Stück am heißen Grill stehen?

TH: Genau. Wir haben die Mitarbeiter speziell trainiert, damit jeder an jeder Position arbeiten kann. So können sie zwischendurch auch häufiger einmal an die frische Luft gehen. Motivation ist das Wichtigste für die Mitarbeiter, gerade in einer solchen Situation.

Inzwischen gibt es flächendeckend wieder Lockerungen, die Restaurants durften auch bei Ihnen in Bayern wieder den Instore-Bereich öffnen. Welche Veränderungen wurden im Restaurant getroffen, damit die Sicherheit für Gäste und Mitarbeiter trotz der Umstände gewährleistet ist?

TH: Da gibt es einige Maßnahmen. Personalhygiene ist zum Beispiel ein Thema, auf das besonders geachtet wird. Dazu führen wir regelmäßig Belehrungen mit den Mitarbeitern durch. Beispielsweise tragen alle Kollegen, die mit Bargeld arbeiten, jetzt immer Handschuhe. Außerdem wird darauf geachtet, die Mitarbeiter immer nur einzeln in den Pausenraum zu schicken und alle benutzten Oberflächen regelmäßig gründlich zu desinfizieren. Im Restaurant ist durch die Vorgaben hier in Bayern auch vieles neu: Neben Aushängen für Gäste und Personal haben wir dort auch Spuckschutzscheiben an den Verkaufsschaltern und Desinfektionsspender im Lobbybereich aufgestellt. Um den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten zu können, wurden Bodenmarkierungen angebracht, sowie einige der Bestellkioske deaktiviert und Sitzplätze gesperrt. Zusätzlich wurden Eingänge und Ausgänge explizit markiert, also Laufrichtungen für die Gäste vorgegeben. Zuletzt gibt es noch Kontaktformulare zum Ausfüllen für alle Gäste, Lieferanten und Besucher des Restaurants.

Wurden die Maßnahmen von Ihren Mitarbeitern gut aufgenommen, also gab es dafür Verständnis und wurde alles gut umgesetzt?

TH: Nach anfänglichen Fragen und etwas Ängstlichkeit haben wir die Situation als Team sehr gut gemeistert. Es ist eine andere Arbeitsweise, aber ich muss sagen: Durch die intensive Zusammenarbeit ist das Team während der Corona-Pandemie noch näher zusammengerückt.

Nachdem Ihr Restaurant jetzt seit einiger Zeit wieder relativ normal in Betrieb ist: Haben Sie das Gefühl, dass die Umsetzung der Hygienevorkehrungen gut geklappt hat, also dass die Gäste sich daran halten und sie auch positiv wahrgenommen werden?

TH: Es ist ziemlich ungewohnt für alle, Gäste wie Mitarbeiter. Aber ja, es hält sich eigentlich jeder daran. Da es schwierig ist, den Hygienevorschriften zu folgen, steht permanent ein Mitarbeiter am Eingang, der dafür sorgt, dass der Abstand eingehalten, der Mund-Nasen-Schutz richtig aufgesetzt und die Ein- und Ausgänge richtig verwendet werden. Das ist sehr wichtig, denn ohne diesen Mitarbeiter hat man keinen Überblick. Natürlich gibt es vereinzelt Gäste, die nachfragen, warum sie eine Maske tragen müssen, aber wenn man sachlich mit ihnen spricht, dann ist Verständnis bei allen Leuten da. Bei den Mitarbeitern auch, die haben sich ja sowieso schon daran gewöhnt.

Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn die Corona-Pandemie überwunden ist und Sie nicht mehr mit so vielen Einschränkungen arbeiten müssen?

TH: Wir freuen uns auf jeden Fall, den Betrieb hoffentlich bald wieder ganz normal öffnen zu können, um auch für die kleinen Gäste wieder da zu sein. Es wird sehr oft nachgefragt, wann das Playland wiedereröffnet und wann es wieder Kindergeburtstage gibt. Oder auch die Luftballons, die normalerweise in der Lobby an die Kleinen verteilt werden. Das gibt es zurzeit alles nicht. Auch der intensive Kontakt zu den Gästen fehlt. Wir haben viele Stammkunden, die gerne Smalltalk mit uns halten, momentan steht man sich aber mit Maske und zwei Metern Abstand gegenüber. Das wird zurzeit alles ein bisschen vernachlässigt und wir freuen uns darauf, den Gästen möglichst bald wieder das komplette McDonald’s-Erlebnis bieten zu können.

Autor: Christian Balser – ChangeM Team


Artikel teilen

Weitere Artikel

Kommentieren


*Pflichtangabe

Team

Change M ist ein Team mit einem gemeinsamen Ziel: Wir arbeiten daran, McDonald’s Deutschland nachhaltiger zu machen.

Weiterlesen