Pilotprojekt zum Einsatz der Brennstoffzelle bei McDonald‘s

Deutschland hinkt in Sachen CO2-Einsparungen den Zielen des Pariser Klimaabkommens hinterher. Durch die Energiewende kommt es zu erheblichen Belastungen der Stromnetze, da beispielsweise der in Norddeutschland erzeugte Windstrom nicht vollständig in den Süden der Republik geliefert werden kann. Dezentrale Energieerzeugung, sprich die Erzeugung von Energie beim Verbraucher z.B. in Form einer Brennstoffzelle, kann die Netze entlasten. Die Energie muss dann keine weiten Transportwege zurücklegen. Möglichkeiten zur dezentralen Energieerzeugung sind neben Photovoltaikanlagen auch Brennstoffzellen. Diese erzeugen nicht nur elektrische Energie, sondern auch Wärmeenergie. Durch das direkte Umwandeln von Energie nutzen Brennstoffzellen den Energiegehalt des eingesetzten Brennstoffs fast vollständig.

Wie funktioniert die Brennstoffzelle?

Brennstoffzellen funktionieren auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die zeitgleiche Erzeugung von mechanischer Energie – in Form von Strom – und thermischer Energie – in Form von Wärme – in einem Prozess. Die eingesetzte Energie wird daher „doppelt“ genutzt, indem sowohl Strom als auch Wärme erzeugt werden. Normalerweise wird aus Brennstoff jeweils nur eine Energieform erzeugt. So erzeugt eine herkömmliche Heizung lediglich Wärme und ein Motor – in Form des Antriebs eines Autos beispielsweise – lediglich mechanische Energie. Durch die doppelte Nutzung der Energie kann eine größere Menge der im Brennstoff enthaltenen Energie genutzt werden, als bei einer separaten Erzeugung von Strom und Wärme.

Einsatz der Brennstoffzelle bei McDonald‘s

Unsere Restaurants benötigen große Energiemengen zur Zubereitung der Speisen und um den Kunden einen angenehmen Restaurantaufenthalt (Beleuchtung, Raumtemperatur etc.) zu gewährleisten. Wärme wird vor allem in den Wintermonaten zur Beheizung der Räumlichkeiten und ganzjährig zur Warmwasserbereitung benötigt. Strom wird dauerhaft zum Großteil für die Küchengeräte und die Lüftungsanlage verwendet. Durch die direkte Energieerzeugung in einem McDonald’s Restaurant kann die Energie vor Ort verbraucht werden und muss keine langen Transportwege in Anspruch nehmen.

Bei dem Projekt handelt es sich um den ersten Test einer Brennstoffzelle bei McDonald’s. Da die Stadtwerke Augsburg als Netzbetreiber am Projekt beteiligt sind, wurde ein Restaurant im Netzgebiet der Stadtwerke gesucht. Die Wahl fiel letztendlich auf das Restaurant in der Meraner Straße in Augsburg. Die Planungen für das Projekt begannen bereits im Frühjahr 2016 und endeten mit dem Einbau der Brennstoffzelle im Dezember 2016. Die EEP Energieconsulting GmbH übernahm dabei die Projektsteuerung von Seiten McDonald’s.

Die Brennstoffzelle mit einer elektrischen Leistung von 1,5 kW und einer thermischen Leistung von 0,6 kW erzeugt seitdem an 8.760 Stunden im Jahr Strom und Wärme. Die erzeugte Energie wird direkt im Restaurant verbraucht. Bis Ende Mai 2018 wurden bereits über 18.000 kWh Strom erzeugt und selbstverbraucht. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von über vier 4-Personen-Haushalten. Dadurch konnten bisher bereits 3.700 kg CO2 eingespart werden.

Und wie geht’s weiter?

Die Testphase des Projekts läuft noch bis Ende des Jahres 2018. Bei dem Versuch handelt es sich um ein Pilotprojekt. In einem weiteren Test soll eine neuere, leistungsstärkere Brennstoffzelle getestet werden. Sollten sich die Brennstoffzellen an unseren Restaurants bewähren, können zukünftig Burger mit selbst erzeugter Energie gebraten und gleichzeitig das öffentliche Stromnetzt entlastet werden.

Artikel teilen

Weitere Artikel


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Maximale Bildgröße: 1 MB Erlaubte Bildformate: jpg, jpeg, gif, png Drop file here