Podcast: In-vitro-Fleisch oder Insekten-Burger – wie ernähren wir uns in Zukunft?

Beim Thema Fleischalternativen gehen die Meinungen häufig auseinander. Auch und vor allem bei außerhalb des Tiers gezüchtetem Fleisch – sogenanntem In-vitro-Fleisch – herrscht bei Vielen noch große Skepsis. Das Gleiche gilt für den Verzehr von Insekten, Würmern und Co. Feststeht jedoch, dass immer größere Nachfrage nach pflanzlichen Fleischersatzprodukten besteht und außerdem zum Schutze der Umwelt unbedingt alternative Wege zum klassischen Fleisch vom geschlachteten Tier gefunden werden müssen. Denn ungefähr ein Drittel der gesamten Treibhaus-Emissionen kommt aus dem Ernährungssektor und davon die Hälfte aus der Fleischproduktion – und der weltweite Fleischkonsum steigt weiter rasant an1. Diese Podcast-Folge von „Zum Hierhören oder Mitnehmen?“ dreht sich rund um die Ernährung der Zukunft. Moderatorin Brigitte Theile trifft dazu Gäste aus verschiedenen Bereichen und erhält spannende Einblicke und Erfahrungsberichte.

Echtes Fleisch aus dem Labor?

Unser erster Gast, Prof. Dr. Nick Lin-Hi, forscht and der Universität Vechta unter anderem zu den Themen Ernährung der Zukunft und nachhaltiger Konsum. Einen besonderen Bereich besetzt dabei das Thema kultiviertes Fleisch. Bei dieser Kultivierung wächst das Fleisch im Labor statt am Tier. Ausgangspunkt dafür sind Tierzellen – es handelt sich also dennoch um „richtiges“ Fleisch. In Singapur wurde Ende 2020 erstmals der Verkauf von Chicken Nuggets genehmigt, die nach diesem Verfahren hergestellt werden2. Prof. Dr. Lin-Hi sieht darin eine große Chance, denn nur dadurch ließe sich seiner Meinung nach der Anstieg des Fleischkonsums mit der Einhaltung der Klimaschutzziele vereinbaren1. Das alles macht ihn zum perfekten Gesprächspartner für unseren Podcast, denn er kann uns erklären, was es mit In-vitro-Fleisch auf sich hat, inwieweit dessen Herstellung ethisch vertretbar ist und warum er es als die Zukunft des nachhaltigen Fleischkonsums erachtet.

Wenn ihr außerdem erfahren wollt, wieso man im Zusammenhang mit kultiviertem Fleisch zum ersten Mal über tatsächliches Tierwohl sprechen kann, dann hört gerne in die neue Folge rein. Die gibt es überall, wo es Podcasts gibt, z.B.: Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, YouTube oder auf unserer Podcast-Microsite.

In-vitro-Fleisch

Insekten im Salat

Der Verzehr von Insekten ist – im Gegensatz zu anderen Ländern – in Deutschland noch nicht allzu weit verbreitet. Umso ungewöhnlicher ist es im ersten Moment, wenn dies sogar in der Gastronomie angeboten wird. Im Podcast spricht unsere Moderatorin mit Sina Seidel, die zusammen mit ihrer Familie ein Restaurant in Ludwigsburg führt. In „Seidels Salatbar und mehr…“ können sich Gäste seit einiger Zeit neben herkömmlichen Zutaten auch Würmer, Heuschrecken und Grillen als Topping bestellen. Das als Test gestartete Projekt erfreute sich großer Beliebtheit und wurde daher schnell ins feste Sortiment aufgenommen. Auf ihrer Website informiert Familie Seidel über die Vorzüge des Insektenkonsums: Beispielsweise kommt ihre Zucht mit einem Bruchteil des Platzes und des Futters aus, welches für die Viehzucht benötigt wird. Zudem werden bei der Zucht der Insekten deutlich weniger Treibhausgase produziert, was sie zur ökologischeren Alternative zum Fleisch macht. Und das bei hohem Proteingehalt!  (mehr dazu erfahrt ihr hier). Interessierten wird geraten: „Einfach mal vorbeikommen, informieren und probieren!“. In der Folge unterhalten sich die beiden außerdem über den Geschmack der Insekten und den Umgang mit den Delikatessen im Restaurant.

Nachhaltigkeit bei der Fleischproduktion: Das BEST Beef-Programm

Auch wenn Alternativen bereits auf dem Vormarsch sind, führt momentan noch kein Weg an klassischer Fleischproduktion vorbei. Um eine artgerechte und nachhaltigere Rinderhaltung zu fördern, gibt es bei McDonald’s seit vielen Jahren das BEST Beef-Programm. In dieses Programm sind neben Partner:innen aus Wissenschaft und Fleischwirtschaft auch mehr als 3.300 landwirtschaftliche Betriebe eingebunden.

Einer der Landwirte ist Carsten Schmäh, der im Podcast darüber erzählt, welche Vorgaben im Rahmen der Qualitätssicherung und durch die Teilnahme am BEST Beef-Programm erfüllt werden müssen. So kann der Landwirt beispielsweise einen besseren Erlös für seine Rinder erzielen, wenn er einen Laufstall hat und pro Tier mindestens 4m² Lauffläche, eine Kuhbürste und ein Tier-/Liegeplatzverhältnis von 1:1 vorweisen kann. Auch mit Daniel Neusser, Chef unserer Nachhaltigkeitsabteilung bei McDonald‘s, spricht Brigitte Theile über das Programm und erhält weitere interessante Einblicke.

Was haltet ihr von der ganzen Sache: Wird sich außerhalb des Tiers kultiviertes Fleisch durchsetzen, oder wird es eher zu einem bewussten Umgang mit herkömmlichem Fleisch kommen? Und würdet ihr euch am Verzehr von Insekten probieren?

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Change M: Der Burger Patty der Zukunft Teil I – Was haltet ihr von In-vitro-Fleisch?

Change M: Future Food – Big Mac Patty aus Insektenprotein?

Insekten-Kost: Proteinquelle mit Zukunft (bioökonomie.de)

Quellen:

1: Fleisch der Zukunft kommt aus dem Labor und schont die Umwelt (Nordwest Zeitung)
2: Historisch: Restaurant 1880 serviert erstmals Clean Meat von Eat Just in Singapur (cleanthinking.de)

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